In der ersten Sitzung brachte der neue Bürgermeister seine Ideen für den Umbau der Alten Schule ein und revidierte damit Entscheidungen seines Vorgängers. Er warb für den Bau einer Terrasse und eine verlagerte Feuertreppe. CDU, SPD und WBF monierten, die Umbauten gängen zu Lasten der Kirche und forderten ein Nutzungskonzept. Doch die anfängliche Skepsis der Gemeindevertreter kehrte sich gegen Ende des öffentlichen Teils der Sitzung in Unterstützung.

Mario Haase musste kurzfristig umzuplanen: “Da werden Sachen in Frage gestellt, die ziemlich sicher waren.” Der Ingenieur vom Schöneicher Ingenieurbüro Brüne, Niemsch und Partner musste innerhalb eines Tages den ersten Entwurf, der noch unter Bürgermeister Wolfgang Höhne (parteilos) entstanden war, umändern. Dr. Rainer Vogel (Grüne) hatte einige Veränderungswünsche.  Aber als Dienstleister der Gemeinde blieb dem Büro wohl keine andere Wahl.

Bislang war vorgesehen, das Gebäude neben der Kirche von Grund auf zu renovieren. Auffälligste Neuerung sollte ein verglaster Turm an der Querseite zum Markt sein, in dem die vorgeschriebene Feuertreppe und ein Fahrstuhl untergebracht werden sollten. Auf der ersten Skizze des Ingenieurbüros sprang die Treppe sofort ins Auge.

Die Idee von Dr. Vogel sieht nun vor, das Gebäude stärker nach außen zu öffnen. Er wolle ein “Kultur- und Bürgerhaus”, das “einlädt”. In der neuen Skizze sind daher Französische Fenster (bis zum Boden) eingelassen und eine Terrasse zum Markt hin vorgesehen. Die Feuertreppe soll hinter dem Gebäude verschwinden – zwischen Alter Schule und Kirche – und außerdem nicht mit Glas verkleidet werden. Das alles soll nicht mehr kosten, als der erste Entwurf. Architekt Haase nannte als Vorbild die Alte Schule in Reichenwalde am Scharmützelsee, die heute als Restaurant und Hotel genutzt werde.

Die Reaktionen der Gemeindevertreter von CDU, SPD und Woltersdorfer Bürgerforum (WBF) waren zunächst verhalten. Jürgen Felte (Sachkundiger Einwohner für WBF) polterte, es sei “grauenvoll, was Sie uns da vorstellen”. Er störte sich vor allem an der Feuertreppe, die neben dem Eingang zur Kirche platziert werden soll. In seine Kritik stimmte Jürgen Damaschke (SPD) ein, der aber zugab, dass der Verschönerungsverein als Hauptnutzer der neuen Immobilie, den Glasturm bislang auch “erschlagend” fände.

Jens Mehlitz (WBF) und Matthias Schultz (CDU) monierten, die Idee mit der Terrasse sei nicht neu. Auch nach den bisherigen Plänen hätte die Alte Schule “keine Leichenhalle” (Mehlitz) werden sollen. Schultz befürchtete, dass mit der Terrasse eine “gewerbliche Nutzung” einhergehe, womit die Chance auf die umfangreichen Fördermittel (ca. 300.000 €) für das Projekt gefährdet sei. Frank Müller-Brys (SPD) meinte, statt einer Terrasse würden auch Stühle auf dem Vorplatz ausreichen.

Schultz und Müller-Brys betonten, dass es bislang “keinen Betreiber” gäbe, der “die Betriebskosten zahlt” (Müller-Brys). Solange kein Nutzungskonzept vorliege, sei es sinnvoller, kein zusätzliches Geld in die Alte Schule zu stecken. Bauamtsleiter Dietrich Joecks hielt dagegen, es gäbe ein Nutzungskonzept, das im Haus neben dem Heimatmuseum des Verschönerungsvereins offene Begegungsstätten und ein Café vorsehe. Er drängelte: “Wir müssen in die Spur kommen, denn auf absehbare Zeit kriegen wir nichts besseres.” Architekt Haase fügte hinzu, dass die Ausgaben für eine Terrasse und größere Fenster ungefähr so hoch seien, wie die für die Verglasung der Feuertreppe (20.000 bis 25.000 €).

Unterstützung bekam Dr. Vogel von der Fraktion DIE LINKE und seinem Parteikollegen Jeroen Kuiper. Dann brachten überraschend auch CDU, SPD und WBF einen gemeinsamen Antrag ein, der dem Vorschlag des Bürgermeisters doch recht nah kam. Demnach soll das Ingenieurbüro den Glasturm “überarbeiten”, französische Fenster einplanen und optional eine Terrasse vorsehen, wenn die Kosten gleich blieben. Dieser Antrag wurde einstimmig angenommen.


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