Auch fünf Wochen nach Amtsantritt mangelt es noch immer an einem konstruktiven Miteinander zwischen Dr. Rainer Vogel (GRÜNE) und der Gemeindevertretung: Der neue Bürgermeister klagt über eine hohe Arbeitsbelastung und Probleme beim Verwirklichen seines Wunschprojektes Alte Schule. Einige Gemeindevertreter nutzen ihr Wissen über die bisherige Gemeindepolitik, um den neuen Bürgermeister mit seiner Unerfahrenheit in Verwaltungsfragen vorzuführen.

In der Gemeindevertreter-Sitzung am 3. Juni hob Dr. Vogel die Verbesserung der Kommunikation als eines seiner wichtigsten Projekte hervor. Seine neu eingeführte “Bürgermeistersprechstunde” würde Woche für Woche “gut angenommen”. Er plane außerdem einen Beirat für die Überarbeitung des Mitteilungsblattes einzusetzen, das noch vor dem Woltersdorfer Sommerfest erscheinen soll.

Ein weiteres, ihm wichtiges Projekt, die Sanierung der Alten Schule und die Umnutzung als Kultur- und Bürgerhaus, habe “unerwartet hohe Wellen geschlagen”. Er erwarte aber, dass eine von ihm angeregte Initiative auf dem Weg sei, Ideen zum Betreiben der unteren Etage des Gebäudes zu entwickeln, d.h. zunächst einen Verein zu gründen.

Nur zögerlich informierte der Bürgermeister über die anstehenden Bauarbeiten bei der Woltersdorfer Straßenbahn, die bereits am 14. Juni starten sollen. Während des zwei Wochen andauernden Gleiswechsels fährt nur Schienenersatzverkehr, der länger unterwegs ist. Zudem gibt es starke Verkehrs-Einschränkungen auf der Rudolf-Breitscheid-Straße und der Berliner Straße.

Die Abgeordneten Prof. Dr. Wolfgang Stock (CDU) und Jens Mehlitz (Woltersdorfer Bürgerforum – WBF) verlangten weitere Informationen, auf welche Weise die Fahrgäste und Autofahrer informiert würden, da die Bauarbeiten bereits in Kürze starten würden. Dr. Vogel konnte dazu aber nur wenig sagen. Monika Kilian (SPD), die wie der Bürgermeister im Beirat der zur Hälfte der Gemeinde gehörenden Straßenbahn sitzt, sprang ein und ergänzte wichtige Informationen.

Frank Müller-Brys (SPD)  machte deutlich, dass auch er umfassendere Informationen wünsche, räumte Dr. Vogel aber eine 100-Tage-Schonfrist ein. Zuvor hatte der Bürgermeister über die sehr hohe Arbeitsbelastung geklagt, die ihm “kaum Luft” lasse. Prof. Dr. Stock merkte an, dass er durch den alten Bürgermeister Wolfgang Höhne in den Sitzungen besser informiert gewesen sei.

Die Abgeordneten der LINKEN, die Dr. Vogel im Wahlkampf unterstützt hatten, mieden bei dieser Sitzung öffentliche Kritik an Dr. Vogel. Die mangelnden Informationen über die Straßenbahn-Bauarbeiten wären dabei auch für sie ein Grund gewesen, hartnäckig zu bleiben. Es scheint jedoch, als würden die LINKEN-Vertreter befürchten, damit den Bürgermeister zu demontieren und politischen Gegnern Munition zu liefern.


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