Gern würde die Gemeinde die Badestelle am Kalksee erweitern. Nebenan liegen 36.000 m² brach. Einen Investor gibt es, der aber hat kein Strandbad im Sinn, sondern “gehobenes Wohnen”. Die Gemeindevertretung will sich nicht unter Druck setzen lassen und lässt alles wie es ist – auch, wenn das noch für Jahre der Zustand sein sollte.

Badestelle am Kalksee im Winter

Badestelle am Kalksee

Die Badestelle am Kalksee ist beliebt im Sommer. Schon lange gibt es die Idee in der Gemeinde, den Strand zu verbreitern und zu einem größeren Strandbad auszubauen.

Nebenan liegt eine riesige Fläche brach, auf der zu DDR-Zeiten Stasi-Funktionäre ihre Ferien verbrachten. Längst sind davon kaum mehr als die Fundamente übrig. Der Eigentümer, die Treuhand Liegenschaftsgesellschaft (TLG), will für die 36.000 m²-Fläche eine halbe Million Euro haben. Geld, das die Gemeinde auf lange Sicht nicht hat

Brachfläche zwischen Rüdersdorfer Straße und Kalksee

Brachfläche zwischen Rüdersdorfer Straße und Kalksee

Vor kurzem sah es so aus, als käme Bewegung in die Sache. Der Bauausschuss traf sich zu einem Vorort-Termin mit dem Eigentümer und einem interessierten Investor. Der wolle dort “gehobenes Wohnen” realisieren, so Dr. Matthias Schultz (CDU) später.

Diese Woche war die Fläche Thema im Ausschuss für die Prüfung des Flächennutzungsplans. Der Flächennutzungsplan ist für die Bebauungspläne der Verwaltung bindend. Der Vorschlag: Das Gebiet solle kein “Sondergebiet Erholung” mehr sein, was die Bebauung mit Wochenendhäusern möglich gemacht hätte. Stattdessen sollte es als “Grünfläche mit Zweckbindung Sport-/ Spiel- und Badeplätze” ausgewiesen werden. An der Rüdersdorfer Straße sollte ein Streifen mit möglicher “Wohn-Randbebauung” eingerichtet werden. Das unansehnliche Gelände der ehemaligen Ertel-Werft nebenan hätte für “wassertouristische Zwecke (Slipanlage, Wassertankstelle, Serviceeinrichtungen)” vorgesehen werden sollen.

Bürgermeister Dr. Rainer Vogel (Grüne) sprach von einem “Juwel”, das sich unter dem meterhoch wuchernden Gestrüpp verberge. Er träumt von einem strandnahen Weg, der die jetzige Badestelle, an einer Liegewiese vorbei, mit der Rüdersdorfer Straße verbinden sollte. Illusorisch fand das die CDU. Dr. Matthias Schultz entgegnete, er wolle sich den Zeitplan für die Entwicklung des Geländes nicht von einem Investor diktieren lassen: “Wir verlieren nichts, wenn wir das so liegen lassen.”

Linken-Vorsitzende Prof. Dr. Eva Böhm bemerkte nüchtern, dass es wohl nie einen Investor geben würde, “der uns ein Strandbad entwickelt”. Und die Gemeinde habe auf viele Jahre nicht das Geld, das Gelände zu kaufen. Bauamtsleiter Dietrich Joecks apellierte dennoch an die Ausschussmitglieder, sie würden mit der Umwidmung eine “Weiche stellen”. Zuletzt war der Flächennutzungsplan in den 90-er Jahren geändert worden. Wenn die Gemeinde ein Strandbad haben will, so Joecks, müsse sie sich selbst einen Investor suchen. Mit diesem müsste man dann einen städtebaulichen Vertrag abschließen, damit die Erschließung im Sinne der Gemeinde erfolgt.

Eine Mehrheit war dafür im Ausschuss nicht zu finden: Der Flächennutzungsplan wird wohl vorerst nicht geändert werden.