Brandenburg veranstaltet ein Themenjahr zur Filmgeschichte. Woltersdorf kommt nur am Rande vor.

"Kulturland Brandenburg": Themenjahr zur Filmgeschichte in Brandenburg

"Kulturland Brandenburg": Themenjahr zur Filmgeschichte der Region

Vor 100 Jahren wurde in Potsdam-Babelsberg der Grundstein für das erste Filmstudio gelegt. Das ist der Anlass für ein Themenjahr in Brandenburg, das sich u.a. mit der Filmgeschichte beschäftigt. Unter dem Motto “Licht | Spiel | Haus – moderne in film. kunst. baukultur.” sind Veranstaltungen über das ganze Jahr verteilt geplant, die neben der Entwicklung des Films auch die Geschichte der ländlichen Kinos thematisieren sollen.

Woltersdorf mit seiner Filmgeschichte kommt bei den 64 Veranstaltungen nicht vor. Im Programmheft für das erste Halbjahr sucht man es vergeblich. Lediglich im Begleitbuch zum Themenjahr werden dem Ort einige Absätze eingeräumt. Der Beitrag des Köpenicker Autors Marcel Piethe  über “Das Filmland Brandenburg und seine Drehorte” handelt Joe May, Harry Piel, die Stummfilme “Das indische Grabmal”, “Der Tiger von Eschnapur” und die Filmstadt am Kalksee ab. Joe May wurde außerdem eines von sechs ausgewählten Autorenportraits im Buch gewidmet.

Nachgefragt beim Verein Kulturland Brandenburg, der das Themenjahr seit 2002 organisiert, warum Woltersdorf nicht prominenter vertreten ist. Projektmanagerin Dr. Heidrun Chmura verweist auf die geplanten Veranstaltungen in Rüdersdorf. Dort würde Woltersdorf doch eine Rolle spielen. Im Übrigen sei der Aufruf, Veranstaltungen einzureichen, “breit gestreut” worden. Aber Anträge aus Woltersdorf seien trotzdem keine eingegangen.

Themenjahr-Veranstaltungen im Museumspark Rüdersdorf (Heinitzportal)

27. August, 15 Uhr: Märchen-Theater und Kinder-Open-Air

27. August, 21:30 Uhr:  “Die Spinnen”, Stummfilm von Fritz Lang in einer Freiluft-Aufführung

28. August, 16 Uhr: “Film – Musik – Filmmusik”, Musik aus bekannten DEFA-Filmen

außerdem 14. bis 20. November: “Sieben Tage Kino kult” – Filmreihe, Konzerte und Gespräche im Kulturhaus Rüdersdorf

Der Aufruf zum diesjährigen Themenjahr erging schon 2010. Im Text zum Aufruf heißt es, das “Kulturlandjahr 2011 [...] räumt dem modernen Leitmedium Film und dem 100jährigen Bestehen der Filmstudios Babelsberg eine zentrale Rolle ein.” Man könnte meinen, Brandenburgs Filmgeschichte allein hätte schon für ein Themenjahr ausgereicht. Doch einen “weiteren attraktiven Schwerpunkt wird die Architektur der Klassischen Moderne bilden”, heißt es weiter. Somit verwundert wenig, dass einige regionale Schwerpunkte unter den Tisch gefallen sind.

Mit dem Aufruf war vor allem auch die Aussicht auf Fördermittel verbunden. Die Hälfte der Veranstaltungskosten bis maximal 8.000 Euro “in Abhängigkeit von der Nachhaltigkeit” versprach der Verein. Die Fördermittel werbe Kulturland Brandenburg e.V. vom Land, aus kommunalen Töpfen und von privaten Sponsoren ein. Die Frist zum Einreichen der Anträge endete im Juni 2010.

Damit ist klar: Die Veranstaltungen zum Themenjahr Filmgeschichte haben gerade erst begonnen, aber der Zug ist für Woltersdorf schon abgefahren. Zwar ist für das zweite Halbjahr das Programmheft noch nicht veröffentlicht, aber die Termine stehen alle schon. Projektmanagerin Dr. Chmura meint, jetzt könne man maximal noch auf weitere Veranstaltungen auf der Homepage hinweisen. Geld gebe es keines mehr zu verteilen.

Im nächsten Jahr widmet sich das Themenjahr des Kulturlandes Brandenburg übrigens Friedrich dem Großen. Der soll ja der Woltersdorfer Schleuse “zu Geltung in der Binnenschifffahrt verholfen” haben (Alexander Kulpok 1995 in der Süddeutschen Zeitung). Anders als bisher will man beim Kulturland e.V. diesmal keinen breiten Aufruf machen. Stattdessen “wollen wir mit Projektpartnern direkt ins Gespräch kommen”, kündigt Dr. Chmura an.